Folge 98: Das Smartphone des Glaubens (Mk 14,53-59)

Bildnachweis: An iPhone X showing the splahscreen... by CoinView App Unsplash.com License, bearbeitet von Simon Mallow.

Folge 98: Das Smartphone des Glaubens (Mk 14,53-59)
Das Markus-Evangelium

 
 
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Jubiläum in 2 …

Selten fiel es unserem Tonmann Jones so schwer, etwas in einer Folge drin zu lassen, wie Simons Eingangskommentar in dieser Woche. #clickbait Jesus wird derweil vor Gericht gezerrt – aber so richtig will der Prozess nicht in Gang kommen. Und dann erfindet Gott das Smartphone.

Shownotes:

Deinen (Audio-)Kommentar zum 100-Folgen-Jubiläum kannst du uns hier hinterlassen: https://offenbartcast.de/jubilaeum-100

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Lies mit uns: Mk 14,53-59

Folge vorbei – was nun?

Cite this article as: Lukas, "Folge 98: Das Smartphone des Glaubens (Mk 14,53-59)," in Offenbart Podcast, 20. Mai 2019, https://offenbartcast.de/podcast/folge-98-das-smartphone-des-glaubens-mk-1453-59/.

5 Gedanken zu „Folge 98: Das Smartphone des Glaubens (Mk 14,53-59)

  1. Hey Ihr,

    schöne Folge, danke!
    Mit den letzten Folgen hatte ich eher Probleme, kann aber nicht genau sagen, warum… Wenn ich die betreffenden Bibelstellen mit meinen Bibel-Buddies besprochen habe, melde ich mich vielleicht nochmal. (Wir lesen ja auch seit über 2 Jahren Markus, allerdings NOCH langsamer als Ihr! 😀 )

    Ich verstehe, worauf Ihr hinauswollt. Ich komme zwar aus einer liberalen Landeskirche, aber ich war als Kind zusätzlich auch in einer frommen Kinder- und Jugendgruppe, wo uns immer von der „persönlichen Beziehung zu Jesus“ erzählt wurde… Und Jesus wie Gott behandelt wurde, ohne Unterscheidung. Als Jugendliche bin ich da weg aus verschiedenen Gründen. Einer davon war, dass ich mich immer gefragt habe, was diese Beziehung denn genau sein soll. Das wurde immer ähnlich ideologisch eingesetzt wie heute die Rede von „Jesus, mein bester Freund“.

    Jesus ist aufgefahren in den Himmel, d.h. er ist nicht mehr hier. Welche Art von „Begegnung“ kann man denn dann überhaupt mit ihm haben?
    Andererseits muss er sich irgendwie auch nach der Himmelfahrt bei manchen Leuten, siehe v.a. Paulus, gemeldet haben. (Oder war das bei Paulus VOR der Himmelfahrt?! Wohl eher nicht, denn seine Begleiter hatten ja nicht die gleichen Sinneseindrücke wie er, und er selbst schreibt in den Briefen ja, dass ihm Jesus IN sich selber erschienen ist…)

    Und um es noch schwieriger zu machen: Jesus hat uns doch den Heiligen Geist geschickt. Welche Rolle hat der denn in dem ganzen Themenkomplex?

    Ich hab schon mehrere ernsthafte Bücher über Trinität gelesen und einige Theologen danach gefragt, aber ich kapiere es immer noch nicht… (Und vielleicht ist das ja gerade der Punkt, dass wir es sowieso nie ganz blicken.) Ich bin ganz Kind meiner liberalen Landeskirche (und wohl auch im „lutherischen Geist“), wenn ich so Sachen misstraue wie „da bin ich Gott/Jesus/dem Heiligen Geist begegnet“. Andererseits glaube ich schon, dass es das (vermittelt) gibt. Simon hat mal von seiner Erfahrung beim Wandern erzählt, die bei ihm Glaube bewirkt hat (und für mich ist genau DAS das Kriterium, ob Gott seine Hand im Spiel hat: Gott erschließt sich für jemanden anhand von etwas und hinterlässt als Spur seines Wirkens Glauben). Und bei mir selber fing der Glaube – nach über 15 Jahren Agnostizismus und Atheismus – wieder neu an, als plötzlich ein Groschen in Hirn und Bauch fiel, den ich ganz bestimmt nicht selber habe fallen lassen. (Die Geschichte erzähle ich lieber nicht. Zu persönlich und zu „irre“, obwohl nichts „Übernatürliches“ passiert ist…)

    War das Jesus oder war es der Heilige Geist? Scheiß-Frage, ich weiß, aber ich muss sie mal hier anbringen, weil ich mich damit schon länger rumschlage. Ich finde nicht nur die trinitarische „Aufgabenteilung“ schwierig zu verstehen, sondern hinzu kommt ja noch, dass je nach christlicher Tradition unterschiedliche trinitarische Personen im Gebet angesprochen oder als „Partner“ angesehen werden.
    Meine (ex-)evangelikalen Freunde beten zu Jesus, so haben sie es gelernt. Leute aus dem charismatischen Bereich beten direkt zum Heiligen Geist, was für mich persönlich undenkbar ist. Ich selber bete (wie die meisten Landeskirchler) zu Gott und hoffe, dass ich damit alle drei Personen im Boot habe, aber tendenziell ist es doch eher Gottvater.

    Wie viele Landeskirchler hatte ich immer ein leicht „gestörtes“ Verhältnis zu Jesus. Eher intellektuell, d.h. ich weiß, was er theologisch bedeutet, aber er ist halt nicht mehr hier. Und der Heilige Geist ist eine NOCH mysteriösere Größe. (Ich spreche es einfach mal aus, was ich bei vielen Glaubensgeschwistern mitkriege und was ich selber lange fühlte/dachte…) Ich habe dann (nachdem ich urplötzlich wieder an Gott glaubte) Gott gebeten, mir Jesus „näher zu bringen“ (also meine intellektuelle Distanz aufzulösen)

    Mein Gebet wurde erhört, und über mehrere Monate hinweg veränderte sich mein Verhältnis zu Jesus auf eine Art und durch Ereignisse, die ich hier nicht ausbreiten will, weil es zum Persönlichsten und Wertvollsten gehört, was ich erleben durfte… Ich habe seither eine Liebe für Jesus, eine Dankbarkeit und Freude, wenn ich nur den Namen höre. Mein Lieblingslied ist tatsächlich „Meine Hoffnung und meine Freude“ und ich singe es mit Inbrunst aus tiefstem Herzen.

    Nur leider kann ich es immer noch nicht erklären, wie das mit den drei Personen der Trinität ist. Oder wie man sich das vorstellen soll mit Jesus als „Relais“/Tür/Brücke zu Gott im eigenen konkreten Leben. Ich lehne dieses „persönliche Beziehung zu Jesus“ immer noch als Ideologie ab. Ich sage aber nun schon, ich habe eine persönliche Jesus-Frömmigkeit. Manchmal bete ich jetzt auch zu Jesus, aber ich kann Euch nicht genau definieren, wann ich das tue. Es ist eher intuitiv und hat immer mit Dingen und Themen zu tun, die damals meine Liebe zu ihm haben erwachen lassen.

    Zum Heiligen Geist bete ich nicht, das erscheint mir immer noch schräg. Ein katholischer Theologe sagte mir mal, dass man je nach Gebetsanliegen auch zum Heiligen Geist beten könne (tendenziell waren das alles Themen, die auch im Glaubensbekenntnis mit dem Heiligen Geist zusammengebracht werden: Glaube, Hoffnung, Trost, Erkenntnis, Einheit der Gläubigen – wobei einige davon doch auch Jesus zugeschreiben werden müssten?!). Ein evangelischer Theologe sagte mir dagegen, nein, der Heilige Geist sei eher die „Wirkung“ und nicht direkt „greifbar“/ansprechbar. – Tja, nun… Dann habe ich anscheinend auch ein Problem mit dem Heiligen Geist, und meine Gebete, Gott möge mir bitte auch ihn näherbringen, wurden nicht erhört… Ich habe mich auch nicht verändert, seit ich wieder glaube. Der Heilige Geist, so er denn eine „Wirkung“ ist, wirkt bei mir nicht… Die Sanftmut und ich haben immer noch keine Beziehung, um mal ein Beispiel zu nennen… Und oft geht mir die Hoffnung und Zuversicht aus…

    Ich weiß, das war jetzt alles ganz schön viel, aber solche Fragen bewegen mich sehr. Und ich bin im Gespräch mit anderen Christen bisher kaum weitergekommen. Vielleicht habt Ihr ja hilfreiche Gedanken für mich. 🙂

    Liebe Grüße
    Ina

    P.S.
    Mein früherer Jugendleiter aus dem frommen Milieu ist inzwischen um einiges „freier“ geworden. Neulich hatten wir ein langes Gespräch, und er meinte: Das Wirken des Heiligen Geistes ist oft schon die Einsicht, wo man überall Mist baut, und die Kraft, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Die „persönliche Beziehung zu Jesus“ sieht er nun auch kritischer, aber wir haben es trotzdem nicht ausknobeln können, was denn nun „in Christus“ und „im Geist“ genau meint. Oder ob das letztendlich das gleiche ist…

    1. Liebe Ina,
      Ich kann total gut nachvollziehen, was du so schreibst, auf intellektueller Ebene Gott, Jesus und den heiligen Geist in eine logische Linie zu bringen ist irgendwie kompliziert, finde ich.

      Da das Glaubensleben für mich eine lebenslange Entwicklung ist, kann ich dir natürlich nur erzählen, was ich früher glaubte und was ich jetzt glaube. Vielleicht verändert sich das irgendwann.
      Ich bin relativ „locker“ in der evangelischen Landeskirche aufgewachsen, wie du, habe ich das Jesusbild überhaupt nicht verstanden und irgendwie auch nicht als besonders wichtig erachtet.
      Mittlerweile ist es so, dass ich mit Jesus rede oder singe, aber nicht zu ihm bete. Das Gebet ist Gott vorbehalten. Und – so wie ich die Sache sehe – ist Jesus Gottes Sohn, aber nicht Gott selbst. Ich empfinde es zB als unlogisch zu lesen, dass Jesus zu Gott betet – und dann soll er selbst Gott sein?
      Und Jesus‘ Aussage, dass alle Gläubigen seine Geschwister sind – wenn er Gott wäre, wären wir dann Geschwister Gottes? Das empfinde ich persönlich irgendwie als anmaßend.
      Seit einiger Zeit empfinde ich Jesus als jemanden (Gottes Sohn, den ich als Gläubige meinen Bruder nennen darf), der mich an die Hand nimmt und mir Schritt für Schritt (und oft mit Umwegen oder im Kreis, bis ich endlich den nächsten Schritt begriffen habe) den Weg zu Gott, unserem Schöpfer und Vater, zeigt, ganz besonders, wenn ich mich mal wieder aus meiner Umlaufbahn wegbewegen will. Er ist der, der immer wieder losgeht und mich sucht und zurückbringt – das eine Schaf..

      Den heiligen Geist erkläre ich (mir) auf 2 Arten, zum einen, dass der eigene Geist durch Gottes Wirken geheiligt wird (-> zieht „irgendwann“ die von dir angesprochene Veränderung nach sich) und zum anderen, dass der heilige Geist der Geist/die Stimme/die Seele.. Gottes ist, die uns lenkt, wenn wir es zulassen.

      So meine – zugeben – laienhafter Erklärung.
      (FYI Ich hab nicht Theologie studiert, aber ich bin eine „interessierte Bibelleserin“, wenn man so will)

      Zu deiner Bemerkung zur Sanftmut: irgendwie hab ich „Sanftmut als gewünschte Verhaltensweise“ auch beigebracht bekommen, aber ich selber bin das von mir aus auch überhaupt nicht. Ich bin ungeduldig und aufbrausend.
      Und dann ist da Jesus, der immer als „der ohne Sünde ist“ dargestellt wird, nur weil er in der Wüste dreimal dem Teufel widerstanden hat. Der nette, liebe, einer der sich fügt – die andere Wange hinhält.
      Und dann geht er in den Tempel, rastet aus, schmeißt die Tische durch die Gegend und brüllt alle Leute an „Gott hat gesagt, mein Haus soll ein Bethaus sein und ihr macht eine Räuberhöhle daraus!“ – von Sanftmut keine Spur. Und in mir wächst der Verdacht, dass Sanftmut, Anpassung und Ergebung vielleicht gar nicht mal immer so erstrebenswert sind. Denn dann kommt niemand, der wütend die Tische umschmeißt und sich gegen Unrecht stellt. Wenn wir immer sanftmütig sind, werden wir nicht laut gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung schwächerer Menschen, deren Stimme vielleicht nicht mehr gehört wo es. Vielleicht ist aufbrausend zu sein, gar kein Makel, sondern ein Geschenk Gottes, denen eine Stimme zu geben, die sonst nicht zu Wort kommen dürfen. Vielleicht ist „nicht sanftmütig“ zu sein okay..

      Vielleicht hast du ja Lust, dich auszutauschen und schreibst auf meinen doch sehr langen Text noch zurück 🙂

      Liebe Grüße,
      Julia

      1. Liebe Julia,

        vielen Dank für Deinen Kommentar! Mir hat hier noch nie ein/e Hörer/in geantwortet, das finde ich richtig klasse!

        Ha, genau, ich bin auch ungeduldig und aufbrausend! 😉
        Ich glaube, ich weiß, was Du meinst. Es sind ja ganz oft diejenigen, die Sanftmut predigen, die selber genug Dreck am Stecken haben. Bzw. Gemeindestrukturen, wo das als Mittel zur Disziplinierung eingesetzt wird.

        Ich denke schon, dass Gott sogar mit meinen problematischen Seiten was machen kann (im besten Fall bin ich dann ganz schön leidenschaftlich unterwegs, argumentiere mit Nachdruck oder so), aber trotzdem ist es für mich nicht okay, denn ich verletze damit immer mal wieder Menschen in meinem Umfeld. Naja, immerhin entschuldige ich mich inzwischen dafür… Vielleicht ist das ja bereits eine Geistwirkung… Die Offenbart-Caster haben hier ja mal zum Acker-Gleichnis gesagt, dass manche nicht nur 30-, 60- oder 100-fach Frucht bringen, sondern (mehr oder weniger nach individuellem Problemfeld?) eben auch nur 2-fach…

        Danke für Deine Beschreibungen, wie Du Dir das mit Jesus und dem Heiligen Geist vorstellst. Gut zu hören, dass auch andere damit kämpfen und sich es am Ende ähnlich wie ich zusammenbasteln!
        Für mich ist der Heilige Geist (neben dem, was Du beschreibst) auch irgendwie die „Seite“/Stimme Gottes, die wir wahrnehmen können. Gott selber ist ja nicht sichtbar oder erreichbar, obwohl er da ist. Manchmal stelle ich mir das mit einem Beispiel aus der Physik vor. Es gibt mehrere Dimensionen im Raum, von denen wir als Menschen nur 3 wahrnehmen können. Aber in diesem Raum funkt Gottes Geist herum (und bei mir wirkt er dann ganz oft eher wie ein Störsender…).

        Du schreibst, dass Jesus Dich an die Hand nimmt oder Dich wie das verlorene Schaf zurückbringt. Darf ich da mal nachfragen, ob Du da bildhaft geschrieben hast oder ob Du Dir das konkret so vorstellst/“ausmalst“ bei akutem „Bedarf“ oder wie Du das wahrnimmst? Ich habe damit immer ein Problem gehabt, weil ich nie verstanden habe, was andere Christen damit konkret meinen. Inzwischen stelle ich mir sowas ähnliches selber auch vor (und Jesus ist dann sicher auch irgendwie „da“, aber ich denke mir, dass es der Heilige Geist ist, der mir Jesus in Gedanken „vergegenwärtigt“). – Hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken… Wenn Dir das zu persönlich ist und Du das nicht beantworten möchtest, verstehe ich das auch.

        Liebe Grüße
        Ina

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