Folge 76: Höre, Shakira! (Mk 12,28-34)

Bildnachweis: Cougar Ears Out by Eric Kilby CC-BY-SA 2.0, bearbeitet von Simon Mallow.

Folge 76: Höre, Shakira! (Mk 12,28-34)
Das Markus-Evangelium

 
 
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76. Moin!

Endlich! Diese Woche findet Jesus mal was gut. Und wir klären die Sache mit der Nächstenliebe. Beste.

Bildnachweis: Cougar Ears Out by Eric Kilby CC-BY-SA 2.0, bearbeitet von Simon Mallow.

Lies mit uns: Mk 12,28-34

Folge vorbei – was nun?

7 Gedanken zu „Folge 76: Höre, Shakira! (Mk 12,28-34)

  1. Diesmal fand ich spannend, dass es vermutlich seinerzeit eine übliche Frage unter Schriftgelehrten war, was das wichtigste Gebot sei. Der Frager hat hier Jesus möglicherweise als theologische oder wissenschaftliche Kapazität ernst genommen. Geht ja auch gut für ihn aus …

    Ich habe vor kurzem einen Lehrbrief zum Judentum gelesen und finde einiges an der Treue der Juden zu Gott sehr eindrucksvoll. Es scheint mir dabei viel weniger als bei uns Christen um das Verstehen von Gottes Willen zu gehen, sondern eher um die Entscheidung, ihm zu folgen. Das passt auch gut zu Eurer Aussage, man könne sich dafür entscheiden, Gott zu lieben, auch wenn man gerade wieder mal sauer auf ihn ist. Ich folge nun seit einiger Zeit auch einem Twitterprofil „Schma Jisrael“, das mir früh und abends den entsprechenden Vers in die TL stellt. Da stelle ich mir aber auch die Frage, ob das anmaßend/übergriffig ist, als Christ einem jüdischen Gebet zu folgen? Aber es ist ja das Ziel des auserwählten Volkes, dass die anderen Völker zur Anbetung des Herrn finden (auch ohne Juden zu werden), also passt es vermutlich.

    Euren Disput darüber, ob man nun sich selber erstmal lieben soll oder doch direkt den Nächsten, kann ich sehr gut nachvollziehen. Auf Facebook/Twitter begegnen mir immer wieder Sprüche mit der Aussage, die Bewertungen/das Feedback Anderer komplett zu ignorieren und stattdessen einfach seinen Traum zu leben, und immer denke ich dabei: Es gibt schon einige Leute, die das mehr beherzigen sollten, aber es gibt mindestens genau so viele Menschen, deren nähere Umgebung heilfroh wäre, wenn die mal bisschen mehr auf Feedback hören würden! Aber mit „zielgruppenspezifisch“ hattet Ihr das ja am Ende auch so im Blick.

    Jelena Herder habe ich auch mal probiert, „Du mit dem Feuer“ gibt es auf YouTube, aber ich hatte größere akustische Schwierigkeiten, dem Text zu folgen. Und wenn es eine Schlusspointe gab, habe ich sie leider verpasst. Dabei haben wir neulich im kleineren Kreise über „laue“ Christen gesprochen, und ob man sie leichten Herzens „zurücklassen“ kann. Oder ob wir doch eher der Hüter unseres Bruders sind…

    Vielen Dank & viele Grüße – Christoph

    P.S.: Kumuliertes Addendum zu Shilas Liste:
    F73: Sonderfolje Prädestinationslehre
    F74: Geld & Gott – die 6 Stunden Sonderfolje
    F75: Hat Moses die fünf Bücher Mose geschrieben?
    F75: Über das (irdische) Gerichtstor
    F75: Offenbarung – der krasse Fail
    F75: Engel – unverheiratet, klein und dick, mit lockigem Haar
    F76: Was denken wir über Martin Luther?
    F76: Die 10 Gebote (ohne Charlton Heston, vermutlich trotzdem mit Überlänge)
    F76: (Zu?) Billige Gnade!

    P.P.S.: Was ist das Beste daran, wenn man so spät noch Kommentare schreibt? Gleich kommt der neue Cast. Yippieh!

    1. Hey Christoph,

      das ist mir im Judentum auch sehr aufgefallen und das schätze ich auch sehr an ihnen. Diese Haltung ist allerdings so contra unserer soziokulturellen Lebenshaltung, dass ich das Gefühl habe, wir sind sehr weit weg von einer solchen grundlegenden Haltung. Klar, kann ich von jetzt auf gleich für mich so eine Entscheidung treffen (im Kern würde ich sagen, dass ich genau das tue) aber im Alltag sieht man eben doch sehr oft, dass man sich als Mitteleuropäer schwer tut.

      Ich finde es ehrlich gesagt nicht übergriffig etwas täglich für dich aus dem Twitterprofil „Schma Jisrael“ zu ziehen. a) Es ist offensichtlich ein öffentliches Profil, also müssen sie damit rechnen. b) Ich bin mir sicher, dass sich unsere Vettern im Glauben darüber freuen (Ausnahmen gibts überall).

      Danke für deine Erweiterung Shilas Liste. 🙂

      Gz

  2. Mmh, also das mit dem „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – das dreh ich schon mal ganz gern um in „liebe dich selbst wie deinen Nächsten“. Vor allem bei Menschen, die superstreng mit sich selbst sind, sich keine Fehler erlauben und aus der Selbstabwertung dann nicht raus kommen. Da stell ich gern mal die Frage, warum erlaubst du es deiner Freundin/deinem Freund Fehler zu machen, gestehst ihr/ihm Schwächen zu, aber dir selbst nicht?

    Für mich persönlich ist der „wie dich selbst“ -Teil übrigens deutlich herausfordernder wie der erste Teil. Und manchmal frage ich mich schon, wieviele Menschen sich wirklich selbst lieben oder sich da vielleicht selbst betrügen und wieviele wohl das radikale angenommen sein von Gott annehmen können (auch wenn ich das jedem wünsche – aber ich kann’s jedenfalls noch nicht).

    Grüße aus dem Süden!
    Sabine

    1. Hey Sabine,

      spannend finde ich übrigends Menschen, die kein Geheimnis daraus machen, dass diese sich selbst nicht lieben, aber dennoch irgendwie mit gut im Leben klar kommen. Das sind immer so latent melancholische Menschen. In meiner Jugend war ich oft so und Melancolie hat sehr viel Ästhetik inne.

      Weißt du, es ist ja eine Sache sich nicht selbst zu lieben aber eben eine andere vielleicht damit auch Frieden zu haben. Für mich war es immer gut zu wissen, dass das Leben sich nicht um mich dreht und ich damit erkennen konnte, dass ich auch keine großartige Performance abliefern muss. So konnte ich mich immer die Zeit nehmen, um einfach mal aus dem Fenster zu sehen und zu erkennen, dass eigentlich alles gut ist und ich irgendwie dann auch.

      Jetzt erstmal nen Kaffee.
      Trinkst du auch Kaffee?

      Grüße

      Simon

      1. Hey Simon,

        winkst du mir grad mit dem Zaunpfahl oder missversteh ich das gerade komplett?!
        Ich komm da grad nicht drauf – und, wie kann ich mir das vorstellen, Menschen, die sich selber doof finden aber für die das ok ist?

        mmmh, es kommt jetzt wohl darauf an, wie man „sich selbst lieben“ versteht. Das was du beschreibst, das annehmen wie etwas/man selbst ist ohne Bewertung, das klingt für mich schon stark danach bzw so versteh ich das auch. Selbstliebe muss ja nicht heißen, sich selbst erhöhen, sich permanent toll finden oder so.

        Kaffee, mmmh , normalerweise nur einen morgens, aber den dann mit viel Genuss!

        Liebe Grüße, Sabine

        1. Moin,
          Stunden später… so ohne die ganzen Smileys, die ich gesetzt habe, könnte man meine Nachricht ja etwas missverstehen… ignorier mal den ersten Satz bitte, ich stand gestern irgendwie neben mir… wie war das – das Leben dreht sich nicht um mich 😉

          Und das erste „mmmh“ ist ein „lass mal überlegen“ und das zweite: „mmmmmmh, Kaffee! Lecker!“
          In diesem Sinne genieße ich jetzt einen!

          Hab(t) einen schönen Tach!

        2. Das ist ein guter Hinweis, finde ich, zwischen Selbstliebe im Sinne von Annahme und Selbstliebe im Sinne von Erhöhung zu unterscheiden. Da ist was wahres dran, das man sich selbst annehmen können muss. Aber – wie kann man das? Natürlich kann man sich seine Stärken und seine Erfolge vor Augen halten. Aber am Ende ist glaube ich nichts so stark, wie das Wirken Gottes im Glauben, das zeigt, wie geliebt wir wirklich sind. Diese Liebe von außen ändert doch die Perspektive – wie du sagst: Es geht beim Lieben um andere, nicht um mich. Aber das ist auch nicht schlimm, weil ich geliebt werde, sogar geliebt bin. Das gilt objektiv, unabhängig von meinen Gefühlen. Weil es bei Gott gilt. Wenn man Selbstliebe jetzt als Gefühl des Sich-selbst-annehnen-könnens sieht, das man haben müsse, würde das die objektive Liebeszusage Gottes verdecken. Fasst man sie aber als rationales Bekenntnis zu Gottes objektiver Liebeszusage auf, das unabhängig von meinen Gefühlen in Bezug auf mich selbst gilt, bin ich an Bord.

          Bezogen auf das Doppelgebot der Liebe kriege ich immer Bauchschmerzen bei der Interpretation, man müsse sich erstmal selbst lieben, um andere lieben zu können. Hab ich ja schon im Cast gesagt.

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