Folge 71: Terraforming (Mk 11,20-26)

Bildnachweis: Excavator - Credit to http://homedust.com/ by Ryan Adams CC-BY 2.0, bearbeitet von Simon Mallow.

Folge 71: Terraforming (Mk 11,20-26)
Das Markus-Evangelium

 
 
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Offenbart 71 – Mein Freund der Feigenbaum ist tot.

Diese Woche in Offenbart: Tipps für gesundes Trinkwasser, Berge versetzen für Anfänger und die Frage, was beten bringt. #bleibtbärtig

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Lies mit uns: Mk 11,20-26

Folge vorbei – was nun?

4 Gedanken zu „Folge 71: Terraforming (Mk 11,20-26)

  1. Ist es angemessen, Gott zu vergeben?
    Ich denke: Nein! Den Vergeben beinhaltet für mich die Gewissheit, dass der Andere einen Fehler gemacht hat und eigentlich hätte anders handeln müssen. Und diese Gewissheit könnte ich Gott gegenüber nie aufbringen. Dafür bin ich ein zu großer Fan von Bibelstellen wie „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des HERRN. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.“ (Jesaja 55,8-9; gibt es sowas nicht auch im NT?)

    Was ich mir dagegen gut vorstellen kann: Wir erhoffen ja eine Begegnung mit Gott „von Angesicht zu Angesicht“ am Ende unserer Tage. Und da ist dann auch Raum für die WARUM?-Frage, die manche Menschen über viele Jahre ihres Lebens verzweifeln ließ, und die dann von Gott beantwortet wird. Ich weiß, dass das ein bisschen wie die Vertröstung auf das Jenseits klingt, die Ihr abgelehnt habt, aber es ist doch auch für heute handfest: „Ich verstehe Dich nicht, Gott, und ich bestehe auf einer Antwort – früher oder später.“ Manchmal kommt die Antwort ja auch schon im Leben…

    Zum Thema „Wer nicht erhört wird, hat nur nicht genügend gebetet/geglaubt“ möchte ich noch auf einen ganz anderen Zugang hinweisen: Papst Benedikt XVI wird man (zumindest innerkatholisch) mangelnden Glauben nicht vorwerfen können, und er hat ganz sicher um Kraft für sein Amt gebetet – und trotzdem ist der Punkt gekommen, an dem er gesagt hat: Meine Kraft reicht nicht mehr, alle Gebete haben (in diesem Punkt) nichts genützt. Ist das nicht eine wunderbare Verweismöglichkeit (zumindest innerkatholisch) für alle, die auch am Ende ihrer Kräfte sind und sich dem Vorwurf ausgesetzt sehen, wer wirklich glaube, könne das schon durchstehen (und z.B. bis zum Alter von 75 als Pfarrer arbeiten)? Der Vorwurf mangelnden Glaubens ist hier quasi mit päpstlicher Autorität entkräftet. Welche Barmherzigkeit!

    1. Hey Christoph,
      ich würde auch nicht sagen wollen, dass irgendwer konkret eine Form der Vergebung meint, wie man sie gegenüber Menschen wirkt, welche etwas verletzendes getan haben. Aber du wirst sicher auch das Gefühl kennen, wenn man einen anderen Menschen vergeben konnte. Das Problem muss auch da nicht immer sein, dass das Gegenüber tatsächlich der Übeltäter ist. Vergebung befreit Menschen von Belastungen und darum geht es wohl. Man kann zornig auf Gott sein, theoretisch könnte man ihm also auch vergeben. Ungedachtet dessen wie Gott die Situation einschätzt. Du wirst sicher auch Menschen kennen, die Zeit ihres Lebens verbittert sind an Gott. Die Frage, die man berechtigt also stellen kann, wäre es für sie nicht besser gewesen, sie hätten ihren Zorn auf Gott an Gott abgegeben? Nur mal so ein Gedankenspiel.

      1. Das Streiten und Rechten mit Gott hat durchaus seinen Platz im Leben, aber ich denke auch, dass es im Großen und Ganzen eine Sackgasse ist, deren Breite und Länge man eben manchmal meint, erforschen zu müssen.
        Aber am Ende ist es – so stimme ich gerne zu – für Leben und Glauben heilsam, wenn man seinen Zorn überwindet und wieder nach der Nähe Gottes sucht.

        Bis Montag – Christoph

  2. Hey Ihr,

    hier mein Senf zum Thema…

    Ich hätte es jetzt nicht Gott vergeben genannt, aber ich kann Simons Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Ich habe Gott auch sehr lange Vorwürfe gemacht. Und ich bin davon überzeugt, dass ihm das immer noch lieber ist, als wenn er keine Rolle spielt.

    Meiner Meinung nach ist es auch zu fromm, das nicht zuzulassen. Und unbiblisch. Bei dem Alttestamentler Jörg Jeremias habe ich gelesen, dass es ein starkes Motiv im AT, besonders in den Psalmen und bei Hiob ist, mit Gott gegen Gott zu beten bzw. im Namen Gottes Gott bei seinen Zusagen zu packen.

    Selbstverständlich schafft oder bewirkt nur Gott allein unsere Versöhnung mit ihm und unseren Problemen mit ihm. Aber hadern mit ihm dürfen wir. Gerade wenn wir ihn und seine Zusagen ernstnehmen.

    Ist vielleicht nochmal im Detail etwas anderes, als Simon gemeint hat, geht aber in eine ähnliche Richtung, denke ich…

    LG, Ina

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