Folge 59: Männer, die an Frauen hängen (Mk 10,1-12)

Bildnachweis: "Männer, die an Frauen hängen" CC-BY-NC-ND 3.0 by Simon Mallow.

Folge 59: Männer, die an Frauen hängen (Mk 10,1-12)
Das Markus-Evangelium

 
 
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Folge 59 – Tu mir den Gefallen und bleib bärtig.

Diese Woche entdeckt Simon Rosé-Wein für sich, Pharisäer versuchen Jesus reinzulegen und wir diskutieren darüber, wie Christen mit Scheidung umgehen können.

Bildnachweis: „Männer, die an Frauen hängen“ CC-BY-NC-ND 3.0 by Simon Mallow.

Lies mit uns: Mk 10,1-12

Folge vorbei – was nun?

4 Gedanken zu „Folge 59: Männer, die an Frauen hängen (Mk 10,1-12)

  1. Ich denke, dass scheiden generell erlaubt ist. Wenn man davon ausgeht, dass man zusammen gehört, sich wirklich Gedanken darüber gemacht, sich „perfekt“ ergänzt und es schafft jedes Problem gemeinsam zu lösen, dann ist man ein Fleisch. Dieses perfekte Paar in Gottes Augen sollte man trennen bzw beide sollten sich nicht trennen, das wäre Ehebruch. Ehebruch wäre auch wenn „der Mensch“ sie trennen würde. Welcher Mensch ist gemeint? Ein Freund? Ein Fremder? Wenn der Mensch mit allen Mitteln versucht das Paar auseinander zu reißen und er schafft, obwohl Gott sie zusammen geführt hat, das ist Ehebruch. Es ist aber meiner Ansicht nach kein Ehebruch, wenn das Paar sich nach Jahren nicht mehr versteht, dann hat es Gott auch nicht zusammen geführt. Beide dachten es wahrscheinlich, war aber nicht so. So weit wie es verstanden habe, (ich besitze leider nicht das Wissen wie ihr und es kann auch totaler Blödsinn sein den ich hier schreibe) darf man seinen ersten Partner nicht wieder heiraten. Wenn man sich trennt dann hat es nicht geklappt warum also nochmal den ersten Heiraten? Das ist Ehebruch, weil man sich ohne Gründe scheiden lassen hat.

    Ich hoffe, es ist verständlich was ich geschrieben habe. 🙂

    Vanessa

    1. Hey Vanessa, danke für deinen Kommentar.

      Ja, es ist ein ziemlich kompliziertes Thema. Ich würde sagen, das Zerbrechen einer Ehe (ganz zu schweigen von Ehebruch) ist generell traurig und nicht gut. Aber damit endet Gottes Liebe für die Beteiligten nicht. Und das ist das Wichtigste. Gott hält zu dir, auch wenn das was du tust oder was andere dir angetan haben oder was über euch hereingebrochen nicht gut ist. Sein Anspruch ist riesig. Doch seine Gnade ist unermesslich.

      Liebe Grüße
      Lukas

  2. Bevor der neue Cast erscheint (Halleluja!), wollte ich auch noch ein paar Gedanken zu diesem hier äußern.
    Zum einen freut es mich sehr, dass Ihr auf die Formulierung „die zwei werden ein Fleisch sein“ so eingegangen seid. Die finde ich nämlich auch eine sehr starke Beschreibung dessen, was Ehe sein kann ( oder soll). Und ich halte sie immer bereit, falls mich in der Kirche mal jemand kritisieren sollte, wenn ich meine Frau bei der Hand halte oder sie für mich die Kommunion mit einlegt. War aber noch nie notwendig, das jemand entgegenzuschmettern …

    Ein paar Bedenken habe ich bei Eurem Argument, dass manche Eheleute besser früher als später auseinandergegangen wären. Das ist sicher in einer ganzen Reihe von Fälle richtig, aber ist es auch ein Argument dafür, dass Wiederverheiratung erlaubt ist? Als es Jesus seinen Jüngern nochmal erklärt, sagt er ja eindeutig „Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe;“.
    Klingt für mich ein bisschen so, als könnte man sich schon trennen, wenn es nicht mehr gemeinsam geht, aber dann eben nicht wieder heiraten.
    Diese Konsequenz ist aber selbst für Menschen mit sehr hartem Herzen nur schwer zu ertragen oder gar einzufordern …

    1. Moin Christoph, danke für deinen Kommentar! Schön, dass dich unsere jüngst wieder wöchentliche Erscheinungsweise ins Gotteslob führt! 😉

      Kurze Anmerkung zu „einem Fleisch“, da ich das grad in Examensvorbereitung übersetzt hab: Da steht tatsächlich, der Mann wird an der Frau kleben bzw. anhaften. Auch ein schönes Bild. 😀

      Zum Thema Wiederverheiratung: Der Text hat da natürlich eine starke Wirkungsgeschichte, wie sie immer noch im katholischen Eheverständnis und einigen ethisch konservativen evangelischen Kreisen fortwirkt. Vom Text ausgehend würde ich erstmal sagen: Ja, für Jesus ist das Ehebruch, wenn jemand nach einer Scheidung erneut heiratet. Er sagt ja nicht, dass dies etwa nur der Fall wäre, wenn um der neuen Beziehung willen geschieden werden würde o.ä. Die Aussage von Vers 12 gilt ganz generell. Die Frage ist aber, was die Konsequenz daraus ist. Man kann jetzt sagen, OK, dann sei Wiederheirat verboten und alle Wiederverheirateten seien üble Sünder. Mit Vers 9 ist aber schon die Scheidung nicht im Sinne Jesu. Heißt das also, Jesus verdammt alle, die sich scheiden lassen und noch mehr die, die erneut heiraten? Nein, denn die Botschaft Jesu ist keine der ethischen Selbstoptimierung sondern der Vergebung. Scheidung ist eines der Phänomene an denen wir wie selten sonst die Dramatik vom Scheitern des Lebens, das wir „Sünde“ nennen, erleben können – und damit den Schmerz Gottes an dieser Welt. Nicht ohne Grund ist die Ehe bereits in der Bibel ein Bild für die Beziehung zwischen Gott und Mensch – eine weitgehend gescheiterte Beziehung, nebenbei gemerkt. Also: Der Anspruch Gottes ist eine gesunde Beziehung – Scheitern kommt da nicht vor. Aber unter den Bedingungen irdischen Lebens gibt es dieses Scheitern. Es lässt sich nicht vermeiden, auch wenn wir noch so gute „pharisäische“ Regeln aufstellen. Die Frage nach Scheidung und Wiederheirat wird so letztlich zur Frage nach dem Umgang mit dem Scheitern an Gottes Anspruch. Und da dieses Scheitern Teil unseres Lebens ist, steht nicht die Frage im Raum, wie wir es am besten vermeiden können, sondern wie wir verantwortungsbewusst damit umgehen können. Und das kann eben auch ein Anerkennen des Scheiterns in Form einer Scheidung sein und eine Wiederheirat – in dem nicht zu unterschätzendem Bewusstsein, dass es auch diesmal keine Garantie für das Gelingen geben wird. Aber ich unterstelle mal, dass jemand, der bewusst im Gegenüber zu Gott lebt, sich keine Entscheidung in diesen Fragen zu einfach machen wird. Starre Verbote werden Jesus jedenfalls nicht gerecht.

      Liebe Grüße
      Lukas

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