Folge 11: Fasten verboten (Mk 2,18-22)

"Burger King" by Mike Mozart BY-2.0, bearbeitet von Simon Mallow

„Jesus ist ein Schlauch“ und andere Kuriositäten

Außerdem: Reigen der Traditionen – Fasten, Hochzeiten, Kleider nähen. Worauf es wirklich ankommt.

Bildnachweis: „Burger King“ by Mike Mozart BY-2.0, bearbeitet von Simon Mallow

Lies mit uns: Mk 2,18-22

Folge vorbei – was nun?

Veröffentlicht am 10. April 2017 von Lukas Klette.

2 Kommentare zu „Folge 11: Fasten verboten (Mk 2,18-22)

  1. Hallo ihr beiden…

    Vorweg, ich höre euren cast immer und freue mich auch schon immer auf die nächste Folgen…

    Hier vielleicht ein Versuch wie man diese Stelle verstehen könnte (ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit):

    Wenn das so ist, wie ihr sagt, dass das Fasten ein Mittel ist Vergebung vor Gott zu erhalten und wenn mit der Hochzeit zwischen Gott und Israel auch ein Akt der Versönung gemeint ist, dann beantwortet Jesus die Frage hier vielleicht doch „direkt“…
    Dann kann man das Fasten und somit die Versönung nämlich auch auf den neuen Flicken und den neuen Wein anwenden. Es gibt eine neue Versöhnung! Eine Versönung, die wenn man sie mit den Gesetz mischt nicht halten kann. Paulus schreibt ja immer davon, dass man das ganze Gesetz erfüllen muss, wenn man nicht DURCH Jesus gerecht und mit Gott versöhnt wird.

    Wird mein Gedanke klar?!? Vielleicht versuche ich es nochmal etwas anders.

    Die Pharisäer fragen Jesus warum sie nicht fasten, also warum die nicht Busse tun um Vergebung zu erfahren vor dem Passafest. Jesus antwortet nun, warum sollten seine Jünger versuchen auf diese Art Vergebung zu gewinnen, wenn sie doch gerade Zeuge davon sind, wie Gott sich mit den Menschen versöhnt.
    Die nächsten Antworten gehen dann weiter und sagen, dass es eine neue Versönung ist. Eine neue Versöhung durch Jesus als ein neuer Bund (das neue Kleid und neuer Wein in neuen Schleichen). Wenn man nun den neuen Bund und die neue Versöhnung mit den alten Traditionen mischt ist das ganze Wert Jesu vergeblich und vergeudet.

    Nun bleibt die Frage, warum dann die Jünger später fasten werden wie Jeus in 20 sagt. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass das die Tage sind zwischen der Auferstehung.

    Naja… ob die Zeitgenossen das so verstanden haben könnten weit ich jetzt auch nicht. So verstehe ich diese Stelle jedenfals. Ich hoffe das regt zu weiteren Diskusionen an.

    David M.

    1. Hey David,

      danke für deinen Kommentar! Schön dass du uns vom anderen Ende der Welt auf Pod und Cast folgst. 🙂

      Ergibt auf jeden Fall Sinn, was du schreibst. In 20 heißt es ja „an jenem Tage“ – also am Tag der Kreuzigung. Da ist Trauer und Buße angesagt, weil am Kreuz nicht nur der Anführer Jesus stirbt, sondern – zumindest mit etwas historischem Abstand – die Schuld jedes Menschen sichtbar wird. Ich denke es geht hier mehr noch um den Aspekt der Trauer und des Rufs nach Gott beim Fasten: Wenn Gott selbst in Jesus anwesend ist, braucht es keinen Ruf nach ihm und gibt es genug Grund zur Freude. Da sollen religiöse Gepflogenheiten nicht im Weg stehen. …Vielleicht muss man mal gegen seine Prinzipien verstoßen, wenn Gott nahe kommt. Vielleicht muss man mal das Fasten brechen und ausgelassen eine Taufe feiern, wenn Jesus kurz vor Ostern in ein Leben tritt. Alte Gepflogenheiten sind nicht per se schlecht. Aber wenn Gott etwas Neues bringt, sollte das Alte nicht wichtiger sein. Schade nur, dass wir oft solche Gewohnheitstiere sind …

      Das Thema mit der Versöhnung kann man hier sicher auch verorten, gerade durch die Hochzeitsthematik. Allerdings lehnt Jesus das Fasten, wie du auch feststellst, nicht generell ab. Der neue Weg der Versöhnung bedeutet keinen notwendigen Abschied vom Judentum mit seinen Riten. Jesus war ja auch zeitlebens Jude und hielt die Gebote. Es wird leicht gefährlich, wenn man zu sehr betont ‚die Juden hätten jenes gemacht, Jesus aber bringe etwas Neues und das Alte könne nicht mehr sein‘. Das Fasten ist nicht abgeschafft – aber es steht in einem anderen Licht. Es gehört nicht in die Freudenzeit und es dient nur insofern der Versöhnung, als dass es mir Zeichen meines eigenen Umkehrwillens wird – Luther nennt es denn im Kleinen Katechismus „eine feine äußere Zucht“, empfiehlt es aber ausdrücklich nicht jedem.

      Würdest du da mitgehen?

      Beste Grüße aus HH
      Lukas

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